"Die letzten Zeilen der Nacht", Jo Schneider, Foto: www.drachenmond.de

Der Romantasy-Einzelband „Die letzten Zeilen der Nacht“ erschien am 4. Oktober 2018 im Drachenmond Verlag. Jo Schneider verbindet in diesem Buch den westafrikanischen Gestaltenwandler Anansi mit einer Liebesgeschichte um Schuld und Wahrheit.

Inhalt

Saiza schreibt für ihr Leben gern: egal ob Tag oder Nacht, die Worte fließen nur so aus ihrer Feder. Zum Schreiben benutzt sie alles, was ihr zur Verfügung steht. Auch wenn dies nur herabgefallene Blätter sind. Ihr Vater unterstützt sie dabei, doch in ihrer Welt ist das Schreiben und Veröffentlichen Männern vorbehalten. Erst nach dem Umzug der Familie findet Saiza jemanden, der ihren Worten lauscht: den Spinnenfürsten in dem Wald hinter ihrem Haus. Von den Dorfbewohnern als Seelenstehler gefürchtet, fühlt sich Saiza von ihm angezogen … Eines Tages besuchen Gotttöter das Dorf; sie sind gekommen, um den Spinnenfürsten zur Strecke zu bringen. Saiza muss eine Entscheidung treffen: Stellt sie sich auf die Seite der Dorfbewohner und ihre Familie oder unterstützt sie den Spinnengott?

Rezension: „Die letzten Zeilen der Nacht“

So zieht diese Liebesgeschichte die Lesenden in einen Strudel aus Wahrheit und Lüge, bei der man sich nie sicher sein kann, was auf der nächsten Seite lauert. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und ästhetisch: „Geschichten sind die Worte unseres Herzens, geschrieben mit der Tinte unserer Fantasie, geformt von der Feder unseres Verstands.“ Die Handlung wird aus Saizas Perpektive beschrieben. Dank des Ich-Erzählers konnte ich mit Saiza fühlen, sowohl ihr Leid als auch ihre Freuden. Der Spinnenfürst ist ein klassischer Trickster/Gestaltenwandler, bei dem wir nie wissen, was er als Nächstes plant. Deshalb bleibt „Die letzten Zeilen der Nacht“ bis zur letzten Seite spannend.

Schneider schafft es wiederholt, mich mit ihrem Stil in den Bann und ihre Welt zu ziehen. Obwohl ich auf ein anderes Ende gehofft hätte, kann ich „Die letzten Zeilen der Nacht“ nur empfehlen.

4,5/5 ⭐

Jo Schneider hat noch mehr Fantasy-Bücher geschrieben. Schau doch mal bei meinen Rezensionen zu ihrer Drei-Kronen-Saga vorbei!

"Den Sternen das Ende", Jo Schneider, Foto: www.drachenmond.de

„Den Sternen das Ende“, der letzte Band der Trilogie Drei-Kronen-Saga, erschien am 31. Januar 2020 im Drachenmond Verlag. In dem High-Fantasy-Roman für Jugendliche kämpfen die vertrauten Charaktere um den Erhalt ihrer Welt.

Inhalt

Aus der Unterwelt Under zurückgekehrt, setzen Ciara, Grau und Kazra alles daran, den Untergang Arkasias zu verhindern. Denn Karulath und seine Königin, die Herrscher der Unterwelt, wünschen, die Welt umzukehren: Under in die Oberwelt, Arkasia in die Unterwelt. Um das Umkehren der Welt zu verhindern, müssen Ciara und Kazra die drei Rätsel der Welt aufspüren. Doch Karulath schläft nicht, sondern greift Arkasia wieder und wieder an. Schließlich stehen sich unsere Helden und die Dämonen der Unterwelt im letzten Kampf um das Weltgefüge gegenüber.

Rezension: „Den Sternen das Ende“

Nach einem doch eher schwachen 2. Band, konnte mich der 3. wieder abholen. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und ansprechend, die Figuren sind sympathisch. Ciara glänzt mit einer schnellen Auffassungsgabe. Leider hat sie mich manchmal abgehängt und ich hatte das Gefühl, mir würden wertvolle Informationen fehlen, um das gesamte Geschehen zu begreifen. Viele Wendungen, Verbindungen zwischen Orten und Charakteren bringen Kurzweiligkeit, während die Lesenden zum Finale voranschreiten. Der letzte Kampf dauerte nach meinem Geschmack zu lang. Ich hätte es lieber gesehen, wenn dieser kürzer ausgefallen wäre und stattdessen mehr auf andere Aspekte eingegangen wäre. Z. B. weiß ich bis heute nicht, was mit Lhorrdra geschehen ist. Vielleicht ist das in all dem Getümmel einfach untergegangen. Die Dreiecksgeschichte hat mich auch etwas hängengelassen. Sie wirkt auf mich, als könne sich Ciara entweder nicht zwischen den Zwillingsbrüdern entscheiden oder sei polyamor. Insgesamt hat mir der letzte Band besser gefallen als der 2. Vielleicht werden einige Punkte deutlicher, wenn man die gesamte Saga erneut liest.

Insgesamt führt „Den Sternen das Ende“ zu einem runden Abschluss der Trilogie. Ich denke, dass sie einen Reread wert ist, da bei mir noch einige Fragen offen sind. Für alle, die die Reihe noch nicht kennen und High Fantasy lieben oder sich nicht scheuen, mal hineinzuschauen, ist die Drei-Kronen-Saga auf jeden Fall eine Empfehlung.

4,5/5 ⭐

 

Schau dir gern auch meine Rezensionen zu den ersten beiden Bänden „Dem Feuer die Seele“ und „Den Knochen der Abgrund“ an! Lieber Lust auf Drachen? Dann ist vielleicht  „Drachenblut“ das Richtige für dich. 

"Den Knochen der Abgrund", Jo Schneider, Foto: www.drachenmond.de

„Den Knochen der Abgrund“ ist der zweite Band aus der High-Fantasy-Reihe „Drei Kronen Saga“ von Jo Schneider. Er erschien am 27. August 2019 im Drachenmond Verlag.

Inhalt

Nachdem Ciara und Grau, der Winterkönig, in einen Hinterhalt gelockt wurden, werden sie im Schloss des Sommerkönigs gefangen gehalten. Ciara soll wieder ihre Rolle als Sommerprinzession einnehmen, während Frau in den Verliesen gefoltert wird. Die Prinzessin sieht nur einen Ausweg: Sie schließt einen Pakt mit dem Dämon Kazra. Mit seiner Hilfe befreit sie Grau und kann zurück ins Winterreich fliehen. Doch Ciara muss ihr Wort halten und folgt Kazra in die Unterwelt Under.

Dort angekommen muss sie sich mehreren Prüfungen stellen. Erst als sie diese bestanden hat, erfährt sie, wer sie wirklich ist. Die Dämonen entpuppen sich als Verstoßene, die die Welten tauschen wollen. Ragnarök bezeichnet den Moment, in dem das Sommer- und Winterreich mit der Unterwelt Plätze tauschen. Als eine der drei Elementenseelen, dem Feuer, soll Ciara den Dämonen dabei helfen, von der Unter- in die Oberwelt zu gelangen. Doch Ciara hat ganz andere Pläne und versucht mit ihren gewonnenen Freunden aus Under zu fliehen.

Im 2. Band „Den Knochen der Abgrund“ geht es thematisch immer noch um Ciaras Reise, die nach und nach ihre Identität entdeckt, aber noch stets nach ihrem Platz in der Gesellschaft sucht.

Rezension: „Den Knochen der Abgrund“

„Den Knochen der Abgrund“ ist nach wie vor flüssig und teils humoristisch geschrieben. Wieder blickt die Lesenden aus der Ich-Perspektive auf die Geschehnisse und fiebert mit Ciara mit. Auch in diesem Band kommt die Welt, die Schneider entworfen hat, zur Geltung. Wurden im ersten Band das Sommer- und Winterreich beschrieben, so lernen die Lesenden nun die Unterwelt und deren Bewohner kennen. Leider konnte der 2. Teil mich nicht so begeistern wie der erste. Die anfänglichen Prüfungen, die sich über etliche Seiten des Romans erstrecken, wirken wie ein Lückenfüller, der wenig zu Ciaras Entwicklung oder der Handlung beiträgt.

Interessant dagegen fand ich die Hintergründe zu den Figuren, wie bspw. die Begebenheiten zu Kazra und Grau oder der Fae Aïrael. Das Ende hat mich extrem verstört. In diesem Moment wollte ich zur Abwechslung einmal nicht in Ciaras Perspektive feststecken, denn die Seiten zu überblättern, brachte ich nicht übers Herz. Mein Seelenheil hätte sich gefreut, wenn hier ausnahmsweise aus einer anderen Perspektive erzählt worden wäre.

Insgesamt ist „Den Knochen der Abgrund“ eine solide Fortsetzung des 1. Bandes. Leider konnte er mich nicht so faszinieren wie der 1. Teil. Deshalb spreche ich lieber nur eine Empfehlung für jene aus, die entweder vom 1. Band ebenso beeindruckt waren wie ich oder die es nicht schlimm finden, wenn der 2. Teil einer Trilogie schwächelt. Ich hoffe, dass der Abschluss der Reihe wieder Fahrt aufnimmt und mich mit einem zufriedenen Gefühl zurücklässt.

3/5 ⭐

Lies gern meine Rezension zum 1. Band “Dem Feuer die Seele” oder hinterlasse deine Meinung zu dem Buch in den Kommentaren.

Dem Feuer die Seele, Jo Schneider, Foto: www.drachenmond.de

„Dem Feuer die Seele“ ist der erste Band der Drei-Kronen-Saga-Trilogie der Autorin Jo Schneider. Er erschien am 30. Mai 2019 beim Drachenmond-Verlag und läutete den Auftakt der High-Fantasy-Saga ein.

Inhalt

Die 16-jährige Ciara, Prinzessin des Sommerreichs, verlässt nach einem versuchten Giftmordanschlag ihre Heimat, um das Rätsel um ihre nächtlichen Alpträume zu lösen. Es heißt, der höchste Berg des Winterreichs, könnte ihr diese Antworten bieten. Im verhassten Reich der Wintermenschen angekommen, entpuppt sich Ciaras Glaubenswelt jedoch als Farce: Die Menschen sind keine Wilden und Barbaren, sondern vernunftbegabte Wesen, genau wie die Bewohner des Sommerreichs. Ciara schließt Freundschaften und entwickelt sogar romantische Gefühle für den Winterkönig. An den Grenzübergängen zum Sommerreich tauchen Dämonen auf, die die Wintermenschen terrorisieren. Ciara lernt derweil, ihre Feuerkräfte zu kontrollieren. Als Ciaras Vater, der Sommerkönig, zu Ohren kommt, seine Tochter sei im Winterreich, ziehen er und seine Truppen in die Schlacht.

Thematisch geht es in „Dem Feuer die Seele“ um Ciaras Reise, an deren Ende ihr Platz in der Gesellschaft und der Kern ihrer Identität darauf warten, von ihr entdeckt zu werden.

Rezension:  „Dem Feuer die Seele“

Ciara ist eine sympathische Jugendliche, deren Gedanken und Entscheidungen verständlich nachvollzogen werden können. Dank der Ich-Perspektive befinden sich die Lesenden zu jeder Zeit im Kopf der Protagonistin. Dabei wirkt Ciara in keinem Fall dumm oder naiv. Nur ihr Hitzkopf macht ihr zeitweisend das Leben schwer, indem er sie wieder und wieder zu dummen Taten verleitet. Der Schreibstil ist flüssig und anschaulich, mit viel Liebe zum Detail: „Ich hatte Mühe, einen Schritt vor den anderen zu setzen, als wir irgendwann an einer Schlucht vorbeiliefen, die wohl bis in den Mittelpunkt der Erde hinabreichen musste, so bedrohlich dunkel mutete sie an“. Schneider schafft es, ihre Fantasiewelt vor dem geistigen Auge der Lesenden zu erschaffen und darin einzutauchen, ohne von unnötigen Informationen überflutet zu werden.

Fazit

Mir hat „Dem Feuer die Seele“ sehr gefallen. Es war seit langem das erste Buch, das mich sofort fesseln und in seinen Bann ziehen konnte. Wer eine Fantasy-Geschichte lesen möchte, die immer wieder überrascht und mit sympathischen Charaktere punktet, der sollte sich diesen Roman anschauen.

5/5 ⭐

Sieh dir doch auch meine Rezension des 2. Bandes „Den Knochen der Abgrund“ an.