"Die letzten Zeilen der Nacht", Jo Schneider, Foto: www.drachenmond.de

Der Romantasy-Einzelband „Die letzten Zeilen der Nacht“ erschien am 4. Oktober 2018 im Drachenmond Verlag. Jo Schneider verbindet in diesem Buch den westafrikanischen Gestaltenwandler Anansi mit einer Liebesgeschichte um Schuld und Wahrheit.

Inhalt

Saiza schreibt für ihr Leben gern: egal ob Tag oder Nacht, die Worte fließen nur so aus ihrer Feder. Zum Schreiben benutzt sie alles, was ihr zur Verfügung steht. Auch wenn dies nur herabgefallene Blätter sind. Ihr Vater unterstützt sie dabei, doch in ihrer Welt ist das Schreiben und Veröffentlichen Männern vorbehalten. Erst nach dem Umzug der Familie findet Saiza jemanden, der ihren Worten lauscht: den Spinnenfürsten in dem Wald hinter ihrem Haus. Von den Dorfbewohnern als Seelenstehler gefürchtet, fühlt sich Saiza von ihm angezogen … Eines Tages besuchen Gotttöter das Dorf; sie sind gekommen, um den Spinnenfürsten zur Strecke zu bringen. Saiza muss eine Entscheidung treffen: Stellt sie sich auf die Seite der Dorfbewohner und ihre Familie oder unterstützt sie den Spinnengott?

Rezension: „Die letzten Zeilen der Nacht“

So zieht diese Liebesgeschichte die Lesenden in einen Strudel aus Wahrheit und Lüge, bei der man sich nie sicher sein kann, was auf der nächsten Seite lauert. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und ästhetisch: „Geschichten sind die Worte unseres Herzens, geschrieben mit der Tinte unserer Fantasie, geformt von der Feder unseres Verstands.“ Die Handlung wird aus Saizas Perpektive beschrieben. Dank des Ich-Erzählers konnte ich mit Saiza fühlen, sowohl ihr Leid als auch ihre Freuden. Der Spinnenfürst ist ein klassischer Trickster/Gestaltenwandler, bei dem wir nie wissen, was er als Nächstes plant. Deshalb bleibt „Die letzten Zeilen der Nacht“ bis zur letzten Seite spannend.

Schneider schafft es wiederholt, mich mit ihrem Stil in den Bann und ihre Welt zu ziehen. Obwohl ich auf ein anderes Ende gehofft hätte, kann ich „Die letzten Zeilen der Nacht“ nur empfehlen.

4,5/5 ⭐

Jo Schneider hat noch mehr Fantasy-Bücher geschrieben. Schau doch mal bei meinen Rezensionen zu ihrer Drei-Kronen-Saga vorbei!

"Drachenmut", Alexis Snow, Foto: www.amazon.de

Mit „Drachenmut“ setzte die Autorin Alexis Snow ihre Urban-Fantasy-Trilogie beim Papierverzierer Verlag fort. Der zweite Teil erschien am 19. Juli 2018 und führt Lesende erneut ins heutige Köln. Die Neuauflage gibt es seit dem 22. Juni 2020 bei BoD.

Inhalt

„Drachenmut“ beginnt dort, wo der erste Teil aufhörte: Louisa lebt wieder, jedoch ist ihr Element blockiert und sie wird mit jedem Tag mehr und mehr zur Leeren. Ihr Schicksal scheint nicht aufzuhalten zu sein, bis die Einheit um Lea einer neuen Verbündeten begegnen … Um Louisa zu retten, muss Lea ihre Drachenmacht anzapfen und mit ihrer Ahnen in Verbindung treten – leichter gesagt als getan! Am Ende des Bandes schließt die Einheit einen Pakt, den es im dritten Band einzulösen gilt …

Rezension: „Drachenmut“

„Drachenmut“ hat mich positiv überrascht. Konnte die Autorin mich im ersten Band nicht gänzlich überzeugen, so sind ihre handwerklichen Fähigkeiten im zweiten Band gereift. „Drachenmut“ wird wie gehabt aus zwei Ich-Perspektiven erzählt, die nun deutlich voneinander abgegrenzt werden können. Ich musste mich nicht mehr fragen, wer denn nun spricht, da es die Autorin dieses Mal schafft, eigene Stimmen für die zwei Protagonistinnen Lea und Louisa zu schaffen. Handwerklich geschliffen riss mich die Handlung in diesem Band dagegen weniger vom Hocker. Die Bösen und Guten hatten einen stillschweigenden Waffenstillstand, es wurde an sich und anderen gezweifelt – in seitenlangen inneren Monologen. Wer Action erwartet, muss sich in „Drachenmut“ etwas gedulden. Die Freundschaften wurden dagegen schön herausgearbeitet – leider manchmal in zu langen oder belanglosen Dialogen. Das neue Cover ist atemberaubend. Im Hintergrund versteckt sich wieder der Kölner Dom. Ist das Louisa, die dort abgebildet ist?

Insgesamt ist „Drachenmut“ eine solide Fortsetzung. Die Autorin glänzt mit handwerklichem Geschick, das vom ersten zum zweiten Band deutlich zugenommen hat. Leider ist die Handlung manchmal etwas träge; wer nach Action sucht, findet sie seitenweise nicht. Dennoch ist „Drachenmut“ für jeden zu empfehlen, der den ersten Band mochte, und wissen möchte, wie es mit unseren Freunden weitergeht. Denn „Freundschaft“ ist der Kern der Welt-der-Elemente-Reihe.

3,8/5 ⭐

Noch mehr Fantasy: Schau doch mal bei der Drei-Kronen-Saga oder Cursed – Die Auserwählte vorbei!

"Den Sternen das Ende", Jo Schneider, Foto: www.drachenmond.de

„Den Sternen das Ende“, der letzte Band der Trilogie Drei-Kronen-Saga, erschien am 31. Januar 2020 im Drachenmond Verlag. In dem High-Fantasy-Roman für Jugendliche kämpfen die vertrauten Charaktere um den Erhalt ihrer Welt.

Inhalt

Aus der Unterwelt Under zurückgekehrt, setzen Ciara, Grau und Kazra alles daran, den Untergang Arkasias zu verhindern. Denn Karulath und seine Königin, die Herrscher der Unterwelt, wünschen, die Welt umzukehren: Under in die Oberwelt, Arkasia in die Unterwelt. Um das Umkehren der Welt zu verhindern, müssen Ciara und Kazra die drei Rätsel der Welt aufspüren. Doch Karulath schläft nicht, sondern greift Arkasia wieder und wieder an. Schließlich stehen sich unsere Helden und die Dämonen der Unterwelt im letzten Kampf um das Weltgefüge gegenüber.

Rezension: „Den Sternen das Ende“

Nach einem doch eher schwachen 2. Band, konnte mich der 3. wieder abholen. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und ansprechend, die Figuren sind sympathisch. Ciara glänzt mit einer schnellen Auffassungsgabe. Leider hat sie mich manchmal abgehängt und ich hatte das Gefühl, mir würden wertvolle Informationen fehlen, um das gesamte Geschehen zu begreifen. Viele Wendungen, Verbindungen zwischen Orten und Charakteren bringen Kurzweiligkeit, während die Lesenden zum Finale voranschreiten. Der letzte Kampf dauerte nach meinem Geschmack zu lang. Ich hätte es lieber gesehen, wenn dieser kürzer ausgefallen wäre und stattdessen mehr auf andere Aspekte eingegangen wäre. Z. B. weiß ich bis heute nicht, was mit Lhorrdra geschehen ist. Vielleicht ist das in all dem Getümmel einfach untergegangen. Die Dreiecksgeschichte hat mich auch etwas hängengelassen. Sie wirkt auf mich, als könne sich Ciara entweder nicht zwischen den Zwillingsbrüdern entscheiden oder sei polyamor. Insgesamt hat mir der letzte Band besser gefallen als der 2. Vielleicht werden einige Punkte deutlicher, wenn man die gesamte Saga erneut liest.

Insgesamt führt „Den Sternen das Ende“ zu einem runden Abschluss der Trilogie. Ich denke, dass sie einen Reread wert ist, da bei mir noch einige Fragen offen sind. Für alle, die die Reihe noch nicht kennen und High Fantasy lieben oder sich nicht scheuen, mal hineinzuschauen, ist die Drei-Kronen-Saga auf jeden Fall eine Empfehlung.

4,5/5 ⭐

 

Schau dir gern auch meine Rezensionen zu den ersten beiden Bänden „Dem Feuer die Seele“ und „Den Knochen der Abgrund“ an! Lieber Lust auf Drachen? Dann ist vielleicht  „Drachenblut“ das Richtige für dich. 

"Flamme der Freiheit", Birgid Hanke, Foto: www.amazon.de

Der historische Roman „Flamme der Freiheit“ von Birgid Hanke erschien am 1. Juli 2013 im Knaur TB Verlag. Er behandelt die Potsdamerin Eleonore Prohaska, die als Mann verkleidet in den napoleonischen Kriegen in die Schlacht zog.

Inhalt

Eleonore wird als Tochter eines Feldwebels und einer Frau mit zweifelhaftem Ruf in Potsdam geboren. Später wird Eleonoras Gesangstalent entdeckt und in den Haushalt ihrer Gönnerin Dorothea von Prewitz zu Kirchhagen im Berliner Stadtpalais aufgenommen. Über die Jahre wächst Eleonora in die Gepflogenheiten der Adelsfamilie hinein. Einzig der Schwiegertochter der Gräfin, Elisabeth, ist die junge Sängerin ein Dorn im Auge.

Bei der Aufführung von „Orpheus und Eurydike“ verliebt sich Eleonore in deren Sohn Alexander. Dieser wird kurzerhand aus dem Palais vertrieben, auf dass sich Eleonore statt auf die Liebe auf ihre Gesangskarriere konzentrieren könne. Doch das Debüt fällt aus, als Napoleon mit seinen Truppen näherkommt und Preußen bedroht. Schließlich stirbt Gräfin Dorothea und Eleonore, noch stets von der Schwiegertochter verachtet, verlässt den adeligen Haushalt.

In den folgenden Jahren verdingt sie sich als Köchin, Haushälterin und Gesellschafterin bis sie Alexander in Berlin wiedertrifft. Sie verbringen einen Sommer in der Sommerresidenz der Prewitzsches. Eleonore wird von ihm schwanger. Doch als Alexander von dem Kind erfährt, stößt er Eleonore von sich. Verzweifelt kehrt diese zu ihrem Vater nach Potsdam zurück, wo sie ihr Kind gebärt und aufzieht. Eines Tages entdeckt sie ein Pamphlet des preußischen Königs, der alle Männer zum Widerstand gegen Napoleons Truppen aufruft. Daraufhin verlässt Eleonore Vater und Tochter, um für ihr Vaterland zu kämpfen.

Hankes Roman beschäftigt sich mit der Frage, wie eine Frau wie Eleonore dazu kam, sich als Mann zu verkleiden und als Soldat in die Schlacht zu ziehen.

Rezension: „Flamme der Freiheit“

Der Einstieg in den Roman fiel mir etwas schwer. Da ich zuvor häufig Bücher mit Ich- oder personalem Erzähler gelesen hatte, benötigte ich Zeit, um mich an die ausschweifenden Nebenhandlungen des auktorialen Erzählers zu gewöhnen. Zunächst betrachtete ich sie als irritierend, nach anfänglichen Schwierigkeiten genoss ich jedoch die Beschreibungen, die einen Einblick in die damalige Epoche zeichnen. Der Stil ist flüssig und sehr gewählt. Die Handlung ist nachvollziehbar. Einzig einige Handlungen der Figuren stellten sich als nicht schlüssig heraus. Beispielsweise die Frage, ob Karoline nun in der Wohnung lebt, die Eleonore für sich im Stadtpalais eingerichtet hat, und in der sie und Alexander die gemeinsame Tochter Ulrike gezeugt haben. Auch bleibt unergründlich, weshalb Karoline und Alexander Jahre später Ulrike zu sich nehmen möchten. Weshalb sollte sich Karoline für die aus einer Liaison entstandene Tochter ihres Mannes Alexander einsetzen und sie als „Spielgefährtin“ für ihren Sohn zu sich holen wollen?

Insgesamt hat mir „Flamme der Freiheit“ nach einem zähen Einstieg gut gefallen. Auf den letzten Seiten wurde es sogar noch einmal spannend und berührend. Deshalb empfehle ich diesen Roman allen, die sich gern in eine andere Zeit entführen und dabei unterhalten lassen möchten.

4/5 ⭐

"Den Knochen der Abgrund", Jo Schneider, Foto: www.drachenmond.de

„Den Knochen der Abgrund“ ist der zweite Band aus der High-Fantasy-Reihe „Drei Kronen Saga“ von Jo Schneider. Er erschien am 27. August 2019 im Drachenmond Verlag.

Inhalt

Nachdem Ciara und Grau, der Winterkönig, in einen Hinterhalt gelockt wurden, werden sie im Schloss des Sommerkönigs gefangen gehalten. Ciara soll wieder ihre Rolle als Sommerprinzession einnehmen, während Frau in den Verliesen gefoltert wird. Die Prinzessin sieht nur einen Ausweg: Sie schließt einen Pakt mit dem Dämon Kazra. Mit seiner Hilfe befreit sie Grau und kann zurück ins Winterreich fliehen. Doch Ciara muss ihr Wort halten und folgt Kazra in die Unterwelt Under.

Dort angekommen muss sie sich mehreren Prüfungen stellen. Erst als sie diese bestanden hat, erfährt sie, wer sie wirklich ist. Die Dämonen entpuppen sich als Verstoßene, die die Welten tauschen wollen. Ragnarök bezeichnet den Moment, in dem das Sommer- und Winterreich mit der Unterwelt Plätze tauschen. Als eine der drei Elementenseelen, dem Feuer, soll Ciara den Dämonen dabei helfen, von der Unter- in die Oberwelt zu gelangen. Doch Ciara hat ganz andere Pläne und versucht mit ihren gewonnenen Freunden aus Under zu fliehen.

Im 2. Band „Den Knochen der Abgrund“ geht es thematisch immer noch um Ciaras Reise, die nach und nach ihre Identität entdeckt, aber noch stets nach ihrem Platz in der Gesellschaft sucht.

Rezension: „Den Knochen der Abgrund“

„Den Knochen der Abgrund“ ist nach wie vor flüssig und teils humoristisch geschrieben. Wieder blickt die Lesenden aus der Ich-Perspektive auf die Geschehnisse und fiebert mit Ciara mit. Auch in diesem Band kommt die Welt, die Schneider entworfen hat, zur Geltung. Wurden im ersten Band das Sommer- und Winterreich beschrieben, so lernen die Lesenden nun die Unterwelt und deren Bewohner kennen. Leider konnte der 2. Teil mich nicht so begeistern wie der erste. Die anfänglichen Prüfungen, die sich über etliche Seiten des Romans erstrecken, wirken wie ein Lückenfüller, der wenig zu Ciaras Entwicklung oder der Handlung beiträgt.

Interessant dagegen fand ich die Hintergründe zu den Figuren, wie bspw. die Begebenheiten zu Kazra und Grau oder der Fae Aïrael. Das Ende hat mich extrem verstört. In diesem Moment wollte ich zur Abwechslung einmal nicht in Ciaras Perspektive feststecken, denn die Seiten zu überblättern, brachte ich nicht übers Herz. Mein Seelenheil hätte sich gefreut, wenn hier ausnahmsweise aus einer anderen Perspektive erzählt worden wäre.

Insgesamt ist „Den Knochen der Abgrund“ eine solide Fortsetzung des 1. Bandes. Leider konnte er mich nicht so faszinieren wie der 1. Teil. Deshalb spreche ich lieber nur eine Empfehlung für jene aus, die entweder vom 1. Band ebenso beeindruckt waren wie ich oder die es nicht schlimm finden, wenn der 2. Teil einer Trilogie schwächelt. Ich hoffe, dass der Abschluss der Reihe wieder Fahrt aufnimmt und mich mit einem zufriedenen Gefühl zurücklässt.

3/5 ⭐

Lies gern meine Rezension zum 1. Band “Dem Feuer die Seele” oder hinterlasse deine Meinung zu dem Buch in den Kommentaren.

"Drachenblut", Alexis Snow, Foto: www.amazon.de

„Drachenblut“ von Alexis Snow ist der erste Teil der Welt-der-Elemente-Reihe, der am 25. Januar 2018 beim Papierverzierer Verlag erschien. Bei der Reihe handelt es sich um Urban-Fantasy, die im heutigen Köln spielt.

Inhalt

Die 18-jährige Aileana, Lea, ist eine Jugendliche, die am liebsten so normal wie die anderen wäre. Seit sie denken kann, fühlt sie sich fremd und nirgendwo dazugehörig. Von ihrer Klassenkameradin Joelle wird sie gemobbt und steht im Schatten ihres Zwillingsbruders, der die Aufmerksamkeit stets auf sich zieht. Eines Tages besucht die Klasse den Kölner Dom, in dessen Schatzkammer sich Lea von einer Drachenstatue magisch angezogen fühlt. Visionen suchen sie heim sowie der Drache Sirion, der sich in ihrem Kopf einnistet. Da begegnet sie auch noch einem geheimnisvollen Mann mit sturmgrauen Augen und taucht in eine Welt ein, die sie als „Fantasie“ abgetan hatte. Auf einmal Teil der Welt der Elemente, entpuppt sich Lea als Nachfahrin der Drachen, der die Welt retten muss. Unterstützung erfährt sie von ihrer Einheit, die die fünf Elemente der Welt vereinen, sowie ihrem Zwillingsbruder Chris und ihrer Seelenschwester Louisa. Den Showdown des 1. Bandes markiert Chris Entführung, bei dem Lea und ihre Einheit alles Gelernte anwenden müssen, um einen Verrat aufzudecken und Leas Verbindung zum Drachenblut zu wecken.

Thematisch handelt „Drachenblut“ von Leas Suche nach Zugehörigkeit. Stets eine Außenseiterin, versucht sie ihren Platz in der Welt zu finden.

Rezension: „Drachenblut“

Der erste Band der Welt-der-Elemente-Reihe und gleichzeitig das Debüt der Autorin bietet spannende Ansätze und kurzweilige Unterhaltung. Der Schreibstil ist angenehm und mühelos lesbar. „Drachenblut“ enthält mehrere Konflikte, die neugierig auf den nächsten Band machen. Dazu zählen Leas Probleme mit der Welt der Elemente und den Leeren, ihr Drachenerbe sowie die Gegenspieler, die die Welt zerstören möchten. Darüber hinaus beschäftigt mich die Frage, welche anderen Drachen die Autorin erschaffen hat. Der Roman wird aus zwei Perspektiven erzählt. Zum einen aus Leas Sicht, zum anderen aus der Sicht ihrer Seelenschwester Louisa. Das Konzept der zwei Ich-Erzähler ermöglicht es, die Geschichte aus mehreren Blickwinkeln zu erleben und hat mir gut gefallen. Leider schafft es die Autorin noch nicht durchgehend, eine markante Erzählstimme für die Protagonistinnen zu finden, sodass es manchmal schwerfällt beide Stimmen voneinander zu unterscheiden.

Insgesamt fand ich den ersten Band der Welt-der-Elemente-Reihe lesenswert. Die Handlungen der Protagonistinnen sind nachvollziehbar, die Gedanken verständlich, sodass man sich in die Figuren hineinfühlen kann. Kleinere handwerkliche Schnitzer trübten das Leseerlebnis, doch sorgten nicht dafür „Drachenblut” aus der Hand zu legen. Ein kleines Highlight waren die Ausflüge in den Kölner Dom und auf den Drachenfels. Jetzt möchte ich sie mal in Echt besuchen.

Wer nach einem leichten Fantasyabenteuer mit Drachen und Magie oder einem kostenlosen Citytrip durch Köln sucht, für den könnte „Drachenblut“ die richtige Wahl sein.

3/5 ⭐

 

Vielen Dank an die Autorin Alexis Snow sowie den Papierverzierer Verlag, die mir diesen Roman als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Wenn du Lust auf mehr Fantasy hast, sieh dir meine Rezension zu „Dem Feuer die Seele“ oder „Cursed – Die Auserwählte“ an.

Dem Feuer die Seele, Jo Schneider, Foto: www.drachenmond.de

„Dem Feuer die Seele“ ist der erste Band der Drei-Kronen-Saga-Trilogie der Autorin Jo Schneider. Er erschien am 30. Mai 2019 beim Drachenmond-Verlag und läutete den Auftakt der High-Fantasy-Saga ein.

Inhalt

Die 16-jährige Ciara, Prinzessin des Sommerreichs, verlässt nach einem versuchten Giftmordanschlag ihre Heimat, um das Rätsel um ihre nächtlichen Alpträume zu lösen. Es heißt, der höchste Berg des Winterreichs, könnte ihr diese Antworten bieten. Im verhassten Reich der Wintermenschen angekommen, entpuppt sich Ciaras Glaubenswelt jedoch als Farce: Die Menschen sind keine Wilden und Barbaren, sondern vernunftbegabte Wesen, genau wie die Bewohner des Sommerreichs. Ciara schließt Freundschaften und entwickelt sogar romantische Gefühle für den Winterkönig. An den Grenzübergängen zum Sommerreich tauchen Dämonen auf, die die Wintermenschen terrorisieren. Ciara lernt derweil, ihre Feuerkräfte zu kontrollieren. Als Ciaras Vater, der Sommerkönig, zu Ohren kommt, seine Tochter sei im Winterreich, ziehen er und seine Truppen in die Schlacht.

Thematisch geht es in „Dem Feuer die Seele“ um Ciaras Reise, an deren Ende ihr Platz in der Gesellschaft und der Kern ihrer Identität darauf warten, von ihr entdeckt zu werden.

Rezension:  „Dem Feuer die Seele“

Ciara ist eine sympathische Jugendliche, deren Gedanken und Entscheidungen verständlich nachvollzogen werden können. Dank der Ich-Perspektive befinden sich die Lesenden zu jeder Zeit im Kopf der Protagonistin. Dabei wirkt Ciara in keinem Fall dumm oder naiv. Nur ihr Hitzkopf macht ihr zeitweisend das Leben schwer, indem er sie wieder und wieder zu dummen Taten verleitet. Der Schreibstil ist flüssig und anschaulich, mit viel Liebe zum Detail: „Ich hatte Mühe, einen Schritt vor den anderen zu setzen, als wir irgendwann an einer Schlucht vorbeiliefen, die wohl bis in den Mittelpunkt der Erde hinabreichen musste, so bedrohlich dunkel mutete sie an“. Schneider schafft es, ihre Fantasiewelt vor dem geistigen Auge der Lesenden zu erschaffen und darin einzutauchen, ohne von unnötigen Informationen überflutet zu werden.

Fazit

Mir hat „Dem Feuer die Seele“ sehr gefallen. Es war seit langem das erste Buch, das mich sofort fesseln und in seinen Bann ziehen konnte. Wer eine Fantasy-Geschichte lesen möchte, die immer wieder überrascht und mit sympathischen Charaktere punktet, der sollte sich diesen Roman anschauen.

5/5 ⭐

Sieh dir doch auch meine Rezension des 2. Bandes „Den Knochen der Abgrund“ an.

"Das Netz", Lilja Sigurðardóttir, Foto: www.dumont-buchverlag.de/

Der Island-Thriller „Das Netz“ der Autorin Lilja Sigurðardóttir erschien am 16. Juni 2020 beim DuMont Buchverlag. Er ist der erste Teil der Island-Trilogie, die den isländischen Bankencrash und dessen Akteure thematisiert.

Inhalt

Sonja, Mutter des 9-jährigen Tómas, bleibt nach der Scheidung finanziell bankrott zurück. Vermeintliche Hilfe findet sie bei dem Anwalt ihres Mannes, der sich als Drogendealer herausstellt und Sonja auf Touren nach Europa schickt, um Kokain ins Land zu schmuggeln. Sonja nimmt den Deal an, um Geld ansparen und sich ein Haus kaufen zu können. Ihr höchstes Ziel ist es, das Sorgerecht ihres Sohnes zu erlangen und ihm ein unbeschwertes Leben zu bieten. Mit jeder Handlung verstrickt sie sich mehr in das Netz, das sich wie eine Schlinge um ihren Hals legt. Erst als sie aus dem Netz ausbrechen und Tómas zu sich holen will, entdeckt sie, wer die wahren Akteure sind.

Rezension: „Das Netz“

„Das Netz“ hat mich vom ersten Moment an gepackt. Erzählt aus vier Perspektiven bleiben stets genügend Fragen offen, die mich zum Weiterlesen animierten. Wie ergeht es Tómas? Welche illegalen Geschäfte hat die ehemalige Bankenfrau Agla gespielt? Wird sich Sonja aus dem Netz befreien können? Kann der Zollbeamte Bragi sie schnappen? Der Schreibstil ist flüssig und kurzweilig, die Kapitel kurz und Pageturner. Am Ende des Buchs bleiben so viele Fragen offen, dass ich bereits jetzt auf den zweiten Band gespannt bin.

Insgesamt empfehle ich allen diesen Thriller. Er ist packend, unterhaltsam und sorgt immer wieder für Überraschungen, mit denen man nicht gerechnet hat. Nicht nur Islandfans werden mit diesem Roman Freude haben, sondern auch alle, die hin und wieder einen Thriller lesen.

5/5 ⭐

 

Vielen Dank an den DuMont Buchverlag sowie NetGalley, die mir diesen Roman als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

"Cursed - Die Auserwählte", Thomas Wheeler, Frank Miller, Foto: www.fischerverlage.de

»Aber unsere Liebe ist stärker als der Hass. Am Ende wird sie triumphieren. Die Liebe ist unser unzerreißbares Band, unsere eherne Kette, mit der wir dem Biest am Ende den Garaus machen werden.«

„Cursed – Die Auserwählte“ ist ein Netflix-Roman von Thomas Wheeler mit Illustrationen Frank Millers, der am 27. Mai 2020 beim Fischer Tor-Verlag erschien. Es handelt sich um den ersten Teil einer Reihe, die lose auf den verschiedenen Versionen der Artussage basiert.

Inhalt

Die 16-jährige Nimue erhält von ihrer Mutter, der Erzdruidin ihres heidnischen Volks, das Schwert Excalibur, das sie zu dem berühmten Zauberer Merlin bringen soll. Während die Roten Paladine im Namen der Kirche die heidnischen Völker ausrotten, findet Nimue Verbündete in den Geschwistern Morgan und Artus. Gemeinsam schützen sie hunderte Vertreter des heidnischen Fey-Volks, bis die lebenswichtigen Acker brennen und die Fey auf der Suche nach einer neuen Zuflucht die schützenden Höhlen verlassen müssen. Die Ereignisse spitzen sich zu, Nimue ruft sich zur Königin der Fey aus, König Uther sowie der Papst beanspruchen das Schwert Excalibur für sich. Um die Freiheit der Fey zu garantieren, tauscht Nimue sich und das Schwert gegen das Leben ihres Volks. Der Austausch ist von Verrat gezeichnet, Nimue wird lebensgefährlich verletzt und die Fey stehen kurz vor der Ausrottung.

Rezension: „Cursed – die Auserwählte“

„Cursed – Die Auserwählte“ ist episodisch als Serienformat geschrieben. Die Geschichte wird aus mehr als 12 Perspektiven erzählt, was mich an Games of Thrones erinnerte. Die Figuren lehnen sich an die Artussage an. Einige von ihnen sind wiedererkennbar und haben einen überraschenden Twist. Hier z. B. Lancelot, ein Fey, für die Kirche kämpft, in ihrem Namen Angehörige seines eigenen Volks tötet und sich erst bekehren lässt, als er auf Gawain, den grünen Ritter, und Parcival trifft. Leider bleiben viele der Charaktere flach. Arthur gehört zu den wenigen, die eine Entwicklung durchmachen dürfen. In seinem Fall vom Angsthasen zum Ritter. In dem Roman herrscht jede Menge Gewalt. Es wird gemordet, gefoltert, geköpft, tote Kleinkinder auferweckt und viele, viele Knochen gebrochen und Gliedmaßen abgehackt. Es gab Szenen, da wollte ich das Buch beiseitelegen und habe nur weitergelesen, um diese Rezension schreiben zu können.

Insgesamt sorgt „Cursed – Die Auserwählte“ für nette Unterhaltung. Es hat seine Höhen und Tiefen. Auf der einen Seite ist es spannend geschrieben, auf der anderen laden die blutreichen Stellen jedoch nicht zum Weiterlesen ein. Denjenigen, die Fantasy mögen oder eine neue Adaption der Artussage lesen möchten, kann ich diesen Roman empfehlen. Wer einen schwachen Magen hat oder Gewalt gegen Frauen und Kinder verabscheut, sollte lieber die Finger von dem Buch und der Serie lassen.

3/5 ⭐

 

Vielen Dank an den FISCHER Tor-Verlag sowie NetGalley, die mir diesen Roman als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Kochen wie in Japan, Kaoru Iriyama, Foto: www.gu.de

Das Kochbuch „Kochen wie in Japan“ von der Japanerin Kaoru Iriyama erschien am 6. Mai 2020 im GU Verlag. Es enthält zahlreiche Rezepte zum Nachkochen und Quick Tipps zur japanischen Essetikette. Die insgesamt 66 Rezepte sind in 6 Kategorien gegliedert: Suppen und Nudeln, Reisgerichte, Hauptspeisen, Beilagen und Salate, Hotpot und Streetfood sowie Süßes. Neben bekannten Gerichten gibt es Geheimtipps, die das Buch abrunden.

Die Autorin Kaoru Iriyama

Iriyama lernte beim japanischen Kochmeister Hirohisa Koyama. Bei der Auswahl ihrer Zusammenstellungen folgt sie den Prinzipien der traditionellen japanischen Küche. Mit den Gerichten sollen alle 5 Sinne angesprochen werden. Zusätzlich enthält jede Speise Angaben zum Kalorien-, Kohlenhydrate-, Eiweiß-, und Fettgehalt.

Rezension: Kochen wie in Japan

Die Rezepte sind übersichtlich gestaltet, denn zu jedem Rezept gibt es ein Bild. Die Anleitungen und Zutaten sind visuell durch Listen und Schriftstile voneinander abgegrenzt. Komplexere Rezepte können ohne Vorkenntnisse aber nicht nachgekocht werden. Das japanische Omelette „Tamagoyaki“ bspw. ist ohne weitere Bilder, die das Kochen in der Pfanne darstellen, nicht anhand der Anleitung zuzubereiten: „Dann die erste Rolle über die halbfeste Masse hinweg zur oberen Pfannenseite rollen, sodass eine dickere Rolle entsteht“. In Japan wird für Tamagoyaki eine in Deutschland ungewöhnliche rechteckige Pfanne verwendet. Auch diese Angabe fehlt im Text.

Fazit

„Kochen wie in Japan“ entführt dich in die traditionelle, japanische Küche. Dabei ist es ein Tipp für alle Japanfans und jene, die es noch werden möchten. 66 Gerichte in 6 Kategorien bieten dir für jeden Anlass und jede Gelegenheit Ideen, die du umsetzen kannst.

Wenn du mit der japanischen Küche vertraut bist und nach neuen, auch unbekannteren Rezepten sucht,  kann das Buch für dich eine Bereicherung darstellen. Anfänger in der japanischen Kochkunst sollten den Willen mitbringen, sich auch durch andere Quellen über die Zubereitung der komplexeren Gerichte zu informieren. Generell müssen (Hobby)Köche die Bereitschaft mitbringen, die speziell japanischen Zutaten im Asia-Markt zu besorgen.

4/5 ⭐

 

Vielen Dank an den GU-Verlag sowie NetGalley, die mir diesen Roman als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.