"Flamme der Freiheit", Birgid Hanke, Foto: www.amazon.de

Der historische Roman „Flamme der Freiheit“ von Birgid Hanke erschien am 1. Juli 2013 im Knaur TB Verlag. Er behandelt die Potsdamerin Eleonore Prohaska, die als Mann verkleidet in den napoleonischen Kriegen in die Schlacht zog.

Inhalt

Eleonore wird als Tochter eines Feldwebels und einer Frau mit zweifelhaftem Ruf in Potsdam geboren. Später wird Eleonoras Gesangstalent entdeckt und in den Haushalt ihrer Gönnerin Dorothea von Prewitz zu Kirchhagen im Berliner Stadtpalais aufgenommen. Über die Jahre wächst Eleonora in die Gepflogenheiten der Adelsfamilie hinein. Einzig der Schwiegertochter der Gräfin, Elisabeth, ist die junge Sängerin ein Dorn im Auge.

Bei der Aufführung von „Orpheus und Eurydike“ verliebt sich Eleonore in deren Sohn Alexander. Dieser wird kurzerhand aus dem Palais vertrieben, auf dass sich Eleonore statt auf die Liebe auf ihre Gesangskarriere konzentrieren könne. Doch das Debüt fällt aus, als Napoleon mit seinen Truppen näherkommt und Preußen bedroht. Schließlich stirbt Gräfin Dorothea und Eleonore, noch stets von der Schwiegertochter verachtet, verlässt den adeligen Haushalt.

In den folgenden Jahren verdingt sie sich als Köchin, Haushälterin und Gesellschafterin bis sie Alexander in Berlin wiedertrifft. Sie verbringen einen Sommer in der Sommerresidenz der Prewitzsches. Eleonore wird von ihm schwanger. Doch als Alexander von dem Kind erfährt, stößt er Eleonore von sich. Verzweifelt kehrt diese zu ihrem Vater nach Potsdam zurück, wo sie ihr Kind gebärt und aufzieht. Eines Tages entdeckt sie ein Pamphlet des preußischen Königs, der alle Männer zum Widerstand gegen Napoleons Truppen aufruft. Daraufhin verlässt Eleonore Vater und Tochter, um für ihr Vaterland zu kämpfen.

Hankes Roman beschäftigt sich mit der Frage, wie eine Frau wie Eleonore dazu kam, sich als Mann zu verkleiden und als Soldat in die Schlacht zu ziehen.

Rezension: „Flamme der Freiheit“

Der Einstieg in den Roman fiel mir etwas schwer. Da ich zuvor häufig Bücher mit Ich- oder personalem Erzähler gelesen hatte, benötigte ich Zeit, um mich an die ausschweifenden Nebenhandlungen des auktorialen Erzählers zu gewöhnen. Zunächst betrachtete ich sie als irritierend, nach anfänglichen Schwierigkeiten genoss ich jedoch die Beschreibungen, die einen Einblick in die damalige Epoche zeichnen. Der Stil ist flüssig und sehr gewählt. Die Handlung ist nachvollziehbar. Einzig einige Handlungen der Figuren stellten sich als nicht schlüssig heraus. Beispielsweise die Frage, ob Karoline nun in der Wohnung lebt, die Eleonore für sich im Stadtpalais eingerichtet hat, und in der sie und Alexander die gemeinsame Tochter Ulrike gezeugt haben. Auch bleibt unergründlich, weshalb Karoline und Alexander Jahre später Ulrike zu sich nehmen möchten. Weshalb sollte sich Karoline für die aus einer Liaison entstandene Tochter ihres Mannes Alexander einsetzen und sie als „Spielgefährtin“ für ihren Sohn zu sich holen wollen?

Insgesamt hat mir „Flamme der Freiheit“ nach einem zähen Einstieg gut gefallen. Auf den letzten Seiten wurde es sogar noch einmal spannend und berührend. Deshalb empfehle ich diesen Roman allen, die sich gern in eine andere Zeit entführen und dabei unterhalten lassen möchten.

4/5 ⭐

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