Haferbrei, Hammel & Algen: Essen und Trinken in Irland um 1600, Foto: www.happyfoodstube.com

Algensalat, Porridge und Bier – Essen und Trinken in Irland um 1600 war unseren heutigen Gewohnheiten gar nicht so fremd: Denn Algensalat, wie wir ihn heute aus derjapanischen Küche kennen, wurde schon damals gegessen.

Algen kamen entweder roh als Salat oder gekocht als Gemüse auf den Tisch. An der Küste zählte auch Fisch als regelmäßige Nahrungsquelle. Dazu gab es Kartoffeln oder Brot aus ganzen Körnern. Das war noch echtes Vollkornbrot – im Gegensatz zu unserem gemahlenen Weizenmehl! Nur die wohlhabende Gesellschaft und Adelige bekamen Semmeln, Gebäck und Brot, wie wir sie heute kennen. Zum Brot wurden Käse, Butter und Quark gereicht.

Der Rest der Bevölkerung gab sich mit Haferbrot und Haferbrei zufrieden. Denn Haferbrei war besser, als zu hungern – vor allem in Irland, wo Hungersnöte beinahe an der Tagesordnung waren.

Als Hauptmahlzeit waren Eintöpfe beliebt. Die Iren kochten oft mit Kohl, da er günstig war und gut gelagert werden konnte. Bekannt ist ein Eintopf aus Kartoffeln, Hammel- oder Lammfleisch, Zwiebeln und Petersilie.

Warum sie Hammelfleisch verwendeten? Weil Schafe Milch lieferten, Böcke jedoch nicht. Deshalb wurden sie geschlachtet und verarbeitet.

Ein zweiter bekannter Eintopf ist der „Colcannon“. Er besteht ebenfalls aus Kartoffeln, dazu gibt es Grün- oder Weißkohl, Frühlingszwiebeln, Milch und Butter. Milch galt als wertvoll, da sie schwer zu bekommen war. Aus diesem Grund wurde sie normalerweise nur gereicht, wenn Gäste eintrafen. Weitere Luxusgüter waren Fleisch und Alkohol. Rind-, Lamm- und Schweinefleisch sowie Geflügel und Eier wurden ebenfalls verzehrt.

Gewürze waren früher teuer. Die Oberschicht konnte Zucker und Zimt importieren. Die gewöhnliche Bevölkerung süßte mit Honig und verwendete neben Petersilie Salz.

Bier war eines der Hauptgetränke, das bereits Kindern tranken. Das lag daran, dass Brunnenwasser oder aus den Kanälen durch den Unrat der Bewohner als verseucht galt. Es zu trinken konnte lebensgefährlich sein. In Klöstern gab es statt Bier verdünnte Molke zu trinken. Molke entsteht bei der Herstellung von Milchprodukten wie Käse und ist entweder süß oder sauer.

An Festtagen wurde Met – Honigwein – gereicht, der noch heute auf Mittelalterfesten als Spezialität gilt. Schon im 13. Jahrhundert brannten die Iren ihren berühmten Whiskey.

Rezept für den Eintopf „Colcannon“

Wenn du nachempfinden möchtest, wie das Essen und Trinken in Irland um 1600 war, habe ich hier ein einfaches Rezeptfür dich:

Zutaten für 4 Personen als Hauptgericht:

8 Kartoffeln
Salz
10 – 12 TL nicht gesalzene Butter
6 Tassen gehackter Kohl (Weißkohl oder Grünkohl)
6 klein geschnittene Frühlingszwiebeln
200 ml Milch

Anleitung:

  1. Die Kartoffeln mit 2 TL Salz für 15 bis 20 Minuten kochen.
  2. Die Butter in einem Topf schmelzen lassen und den gehackten Kohl hinzufügen. Alles für ca. 3 bis 4 Minuten kochen. Jetzt die Frühlingszwiebeln dazu geben und noch einmal 1 Minute kochen lassen.
  3. Die Milch in den Topf gießen und mit dem restlichen Eintopf verrühren. Die Kartoffeln hinzugeben und entweder mit einer Gabel zerdrücken oder einem Pürierstab vermengen. Das Gemüse und die Kartoffeln gründlich vermischen.
  4. Salz nach Belieben hinzufügen. Heiß servieren mit einem Klecks Butter in der Mitte.
"Flamme der Freiheit", Birgid Hanke, Foto: www.amazon.de

Der historische Roman „Flamme der Freiheit“ von Birgid Hanke erschien am 1. Juli 2013 im Knaur TB Verlag. Er behandelt die Potsdamerin Eleonore Prohaska, die als Mann verkleidet in den napoleonischen Kriegen in die Schlacht zog.

Inhalt

Eleonore wird als Tochter eines Feldwebels und einer Frau mit zweifelhaftem Ruf in Potsdam geboren. Später wird Eleonoras Gesangstalent entdeckt und in den Haushalt ihrer Gönnerin Dorothea von Prewitz zu Kirchhagen im Berliner Stadtpalais aufgenommen. Über die Jahre wächst Eleonora in die Gepflogenheiten der Adelsfamilie hinein. Einzig der Schwiegertochter der Gräfin, Elisabeth, ist die junge Sängerin ein Dorn im Auge.

Bei der Aufführung von „Orpheus und Eurydike“ verliebt sich Eleonore in deren Sohn Alexander. Dieser wird kurzerhand aus dem Palais vertrieben, auf dass sich Eleonore statt auf die Liebe auf ihre Gesangskarriere konzentrieren könne. Doch das Debüt fällt aus, als Napoleon mit seinen Truppen näherkommt und Preußen bedroht. Schließlich stirbt Gräfin Dorothea und Eleonore, noch stets von der Schwiegertochter verachtet, verlässt den adeligen Haushalt.

In den folgenden Jahren verdingt sie sich als Köchin, Haushälterin und Gesellschafterin bis sie Alexander in Berlin wiedertrifft. Sie verbringen einen Sommer in der Sommerresidenz der Prewitzsches. Eleonore wird von ihm schwanger. Doch als Alexander von dem Kind erfährt, stößt er Eleonore von sich. Verzweifelt kehrt diese zu ihrem Vater nach Potsdam zurück, wo sie ihr Kind gebärt und aufzieht. Eines Tages entdeckt sie ein Pamphlet des preußischen Königs, der alle Männer zum Widerstand gegen Napoleons Truppen aufruft. Daraufhin verlässt Eleonore Vater und Tochter, um für ihr Vaterland zu kämpfen.

Hankes Roman beschäftigt sich mit der Frage, wie eine Frau wie Eleonore dazu kam, sich als Mann zu verkleiden und als Soldat in die Schlacht zu ziehen.

Rezension: „Flamme der Freiheit“

Der Einstieg in den Roman fiel mir etwas schwer. Da ich zuvor häufig Bücher mit Ich- oder personalem Erzähler gelesen hatte, benötigte ich Zeit, um mich an die ausschweifenden Nebenhandlungen des auktorialen Erzählers zu gewöhnen. Zunächst betrachtete ich sie als irritierend, nach anfänglichen Schwierigkeiten genoss ich jedoch die Beschreibungen, die einen Einblick in die damalige Epoche zeichnen. Der Stil ist flüssig und sehr gewählt. Die Handlung ist nachvollziehbar. Einzig einige Handlungen der Figuren stellten sich als nicht schlüssig heraus. Beispielsweise die Frage, ob Karoline nun in der Wohnung lebt, die Eleonore für sich im Stadtpalais eingerichtet hat, und in der sie und Alexander die gemeinsame Tochter Ulrike gezeugt haben. Auch bleibt unergründlich, weshalb Karoline und Alexander Jahre später Ulrike zu sich nehmen möchten. Weshalb sollte sich Karoline für die aus einer Liaison entstandene Tochter ihres Mannes Alexander einsetzen und sie als „Spielgefährtin“ für ihren Sohn zu sich holen wollen?

Insgesamt hat mir „Flamme der Freiheit“ nach einem zähen Einstieg gut gefallen. Auf den letzten Seiten wurde es sogar noch einmal spannend und berührend. Deshalb empfehle ich diesen Roman allen, die sich gern in eine andere Zeit entführen und dabei unterhalten lassen möchten.

4/5 ⭐

"Den Knochen der Abgrund", Jo Schneider, Foto: www.drachenmond.de

„Den Knochen der Abgrund“ ist der zweite Band aus der High-Fantasy-Reihe „Drei Kronen Saga“ von Jo Schneider. Er erschien am 27. August 2019 im Drachenmond Verlag.

Inhalt

Nachdem Ciara und Grau, der Winterkönig, in einen Hinterhalt gelockt wurden, werden sie im Schloss des Sommerkönigs gefangen gehalten. Ciara soll wieder ihre Rolle als Sommerprinzession einnehmen, während Frau in den Verliesen gefoltert wird. Die Prinzessin sieht nur einen Ausweg: Sie schließt einen Pakt mit dem Dämon Kazra. Mit seiner Hilfe befreit sie Grau und kann zurück ins Winterreich fliehen. Doch Ciara muss ihr Wort halten und folgt Kazra in die Unterwelt Under.

Dort angekommen muss sie sich mehreren Prüfungen stellen. Erst als sie diese bestanden hat, erfährt sie, wer sie wirklich ist. Die Dämonen entpuppen sich als Verstoßene, die die Welten tauschen wollen. Ragnarök bezeichnet den Moment, in dem das Sommer- und Winterreich mit der Unterwelt Plätze tauschen. Als eine der drei Elementenseelen, dem Feuer, soll Ciara den Dämonen dabei helfen, von der Unter- in die Oberwelt zu gelangen. Doch Ciara hat ganz andere Pläne und versucht mit ihren gewonnenen Freunden aus Under zu fliehen.

Im 2. Band „Den Knochen der Abgrund“ geht es thematisch immer noch um Ciaras Reise, die nach und nach ihre Identität entdeckt, aber noch stets nach ihrem Platz in der Gesellschaft sucht.

Rezension: „Den Knochen der Abgrund“

„Den Knochen der Abgrund“ ist nach wie vor flüssig und teils humoristisch geschrieben. Wieder blickt die Lesenden aus der Ich-Perspektive auf die Geschehnisse und fiebert mit Ciara mit. Auch in diesem Band kommt die Welt, die Schneider entworfen hat, zur Geltung. Wurden im ersten Band das Sommer- und Winterreich beschrieben, so lernen die Lesenden nun die Unterwelt und deren Bewohner kennen. Leider konnte der 2. Teil mich nicht so begeistern wie der erste. Die anfänglichen Prüfungen, die sich über etliche Seiten des Romans erstrecken, wirken wie ein Lückenfüller, der wenig zu Ciaras Entwicklung oder der Handlung beiträgt.

Interessant dagegen fand ich die Hintergründe zu den Figuren, wie bspw. die Begebenheiten zu Kazra und Grau oder der Fae Aïrael. Das Ende hat mich extrem verstört. In diesem Moment wollte ich zur Abwechslung einmal nicht in Ciaras Perspektive feststecken, denn die Seiten zu überblättern, brachte ich nicht übers Herz. Mein Seelenheil hätte sich gefreut, wenn hier ausnahmsweise aus einer anderen Perspektive erzählt worden wäre.

Insgesamt ist „Den Knochen der Abgrund“ eine solide Fortsetzung des 1. Bandes. Leider konnte er mich nicht so faszinieren wie der 1. Teil. Deshalb spreche ich lieber nur eine Empfehlung für jene aus, die entweder vom 1. Band ebenso beeindruckt waren wie ich oder die es nicht schlimm finden, wenn der 2. Teil einer Trilogie schwächelt. Ich hoffe, dass der Abschluss der Reihe wieder Fahrt aufnimmt und mich mit einem zufriedenen Gefühl zurücklässt.

3/5 ⭐

Lies gern meine Rezension zum 1. Band “Dem Feuer die Seele” oder hinterlasse deine Meinung zu dem Buch in den Kommentaren.